teutolab-CHEMIE - das Mitmach- und Experimentierlabor für GrundschülerInnen an der Albert-Einstein-Schule in Bochum
1. KonzeptChemie begegnet uns in unserem Alltag ständig, z. B. als Kunststoffe, Handy-Batterien, Bildschirme, Medikamente, Putzmittel und Kosmetika. Diese grundlegende Bedeutung der Chemie sollte sich auch im schulischen Wissen und in der naturwissenschaftlichen Allgemeinbildung widerspiegeln. Das teutolab-CHEMIE gibt hierzu einen Anstoß.
Im teutolab-CHEMIE an der Albert-Einstein-Schule in Bochum werden GrundschülerInnen durch Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe bei chemischen Experimenten angeleitet und betreut. Alltagsgerechte Bezüge bei den Einstiegen in die Experimente sollen die Neugier der Grundschulkinder wecken, bei denen im Sachkundeunterricht chemische Experimente nicht so oft angeboten werden. Die Auseinandersetzung mit und das Interesse an naturwissenschaftlichen, speziell chemischen Fragestellungen wird gefördert, besonders durch Erfahrungen jenseits des üblichen Schulalltags.
Zwei Lehrkräfte der Albert-Einstein-Schule, Herr Volmer und Frau Kollien, führen die Aufsicht und wirken in beratender und organisatorischer Funktion mit. Angeleitet und betreut werden die GrundschülerInnen zur Zeit von Thorsten, David, Phillip, Mara, Kathi, Luisa, Mino, Vicky und Leonid.

2. Experimente
Die Experimente des teutolabs-CHEMIE richten sich an die Grundschülerinnen und Grundschüler der 3. und 4. Klasse. Bisher wird eine Themenreihe zu „Naturstoffen“ angeboten, eine weitere Themenreihe zu „Farben“ wird zur Zeit ausgearbeitet.
Themenreihe: Naturstoffe (Zitrone)
In drei Laboren (Duft-Labor, Säure-Labor, Zauber-Labor) werden Experimente zum Thema „Naturstoffe“ durchgeführt:
Im "Duft"-Labor sollen unter Anleitung von Thorsten, David und Phillip verschiedene Gerüche in Erlenmeyerkolben erkannt werden, darunter der Duft der Zitronen. Die Grundschülerinnen und Grundschüler sollen lernen, dass der Geruch eines Stoffes eine Stoffeigenschaft ist, wodurch ein Stoff charakterisiert werden kann. Der Duft der Zitrone wird im Fruchtfleisch sowie der Schale gesucht und über dessen Brennbarkeit charakterisiert. Ein Stück einer Schale einer Zitrusfrucht wird über einer Flamme erhitzt und ein anderes Stück kräftig in Richtung einer Flamme ausgepresst, so dass Spritzer des Zitrusfruchtschalenöls sich an der Flamme entzünden.
Im "Säure"-Labor helfen Mara, Kathi und Luisa bei der Identifizierung der Säure mit Hilfe der "chemischen Zunge". Die "chemische Zunge", in der Chemikersprache der Indikator, wird aus Rotkohl hergestellt, indem dieser zerkleinert und aufgekocht wird. Ein wenig Rotkohlsaft wird in Reagenzgläser gefüllt. Nach Zugabe von Essig, Zitronensaft, Wasser oder Seifenlösung wird über den Farbwechsel erkannt, ob die zugegebene Lösung eine saure Lösung, eine neutrale Lösung oder eine Lauge war. Zu dem kochenden Rotkohl wird ein Baumwolltuch gegeben, das im Zauberlabor weiterverwendet wird.
Im „Zauber“-Labor wird mit Mino, Vicky und Leonid mit Geheimtinte aus Zitronen gemalt und das Bild anschließend durch Erhitzen sichtbar gemacht. Auf das mit Rotkohlsaft gefärbte Baumwolltuch wird nach dem Trocknen mit Essig oder Zitronensaft etwas gezeichnet, wobei das Tuch dort seine Farbe verändert.
3. Das TeamDie Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Obersstufe der Albert-Einstein-Schule betreuen zu zweit bzw. dritt die verschiedenen Labore.
4. Das teutolab-NetzwerkSeit der Eröffnung des teutolabs-CHEMIE der Universität Bielefeld im Jahre 2000 haben Tausende von GrundschülerInnen dort chemische Experimente selbst durchgeführt. Grundlegende chemische Prinzipien - Stoffumwandlungen - werden buchstäblich spielend erkannt, und sogar kleine Kunstwerke werden danach mit nach Hause genommen. Unter der Überschrift "Chemie" gibt es so etwas bislang nur selten im Sachunterricht der Grundschule. Entsprechend groß ist der Andrang.
Mit Gründung des teutolab-Netzwerks im Dezember 2002 bot sich eine Lösung dieses Problems an. Es fanden sich ChemielehrerInnen an weiterführenden Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen, die GrundschülerInnen ihres Einzugsgebietes in den Chemieräumen ihrer Schule zum Experimentieren einluden. Aber auch andere Institutionen wie Kindermuseen, Freizeitparks und Volkshochschulen haben die Bedeutung des Mitmachlabors als weitere Säule unseres Bildungssystems erkannt und bieten Experimentiertage nach dem teutolab-Prinzip an. Dafür wurden die Original- Versuchsvorschriften des teutolabs-CHEMIE zur Verfügung gestellt und die Lehrer beraten und/oder fortgebildet.
Die Albert-Einstein-Schule ist im Dezember 2008 als teutolab-Netzwerk-Schule zertifiziert worden und bietet Grundschulen aus der Umgebung die Möglichkeit, in den Chemieräumen und durch Betreuung von Mittel- und Oberstufenschülern Experimentiernachmittage zu verschiedenen Themengebieten durchzuführen.
5. Termine und AnmeldungExperimentiernachmittage finden Mittwoch nachmittags von 14:30 bis 16:00 Uhr im Naturwissen-schaftlichen Gebäude (2. Etage) statt.
An einem Experimentiernachmittag können 20 bis 30 Grundschulkinder teilnehmen.
Anmeldung unter kollien@aes-bochum
|